Die Frage zu beantworten wie viele junge Spieler der FC Arsenal London in der bisherigen Amtszeit von Trainer Arsene Wenger herausgebracht und weiterentwickelt hat ist ziemlich schwer. Denn dafür würde es einiges an Zeit benötigen, schließlich gilt der Club aus dem Norden Londons als englischer Vorzeigeverein wenn es um die Ausbildung von Jungprofis geht. Dabei wird Cheftrainer Wenger in seinen 21 Jahren bei den „Gunners“ der Hauptanteil zugeschrieben. Mit seinem weltweiten Netzwerk gelang es dem Franzosen, Spieler aus seiner Heimat, Südeuropa und auch aus Südamerika in die englische Hauptstadt zu locken.

In dieser Saison sind es zwar nicht mehr ganz so viele junge Akteure die das Gesicht des Arsenal-Kaders prägen, wie es schon in früheren Zeiten der Fall war. Aber auch derzeit gibt es wieder vielversprechende Talente die den Weg von London in die Fußballwelt gehen oder sich in England einen Namen machen wollen.

Alex Iwobi

Nur die wenigsten kennen ihn nicht. Einen dribbelstarken Spieler aus Nigeria der mit seiner Technik viele Gegner zur Verzweiflung bringt und mit seinen Tricks für mächtig Staunen bei den Zuschauern sorgt. Und mit einem sensationellen Tor die Bayern besiegte. Auch wenn vieles auf den zweifachen Afrikas Fußballer des Jahres Jay-Jay Okocha hindeutet, bis auf den letzten Punkt trifft auch alles auf seinen Neffen Alex Iwobi zu. Doch das was ihm sein Onkel voraus hat, will der Arsenal-Jungprofi nun im Achtelfinale der Champions League nachholen – das Tor gegen die Bayern erzielen.

Der 20-Jährige Iwobi kam in dieser Saison in bisher 21 Premier League Partien zum Einsatz und stand 17 Mal in der Startelf. Das sind keine beeindruckenden Zahlen für einen jungen Spieler bei Arsenal, für einen jungen Profi der erst seine zweite Saison in ersten englischen Liga spielt, allerdings schon. In dieser Spielzeit gelangen ihm drei Tore und vier Vorlagen bei seinen Einsätzen. In der Champions League, in der er ein Tor und eine Vorlage verbuchen konnte, wurde Iwobi in allen sechs Vorrundenspielen eingesetzt. Spätestens in dieser Saison schaffte er mit seinen starken Leistungen den Durchbruch und so erkämpfte sich der Nigerianer, der auch Nationalspieler seines Heimatlandes ist einen Stammplatz bei den Gunners.

Die brillante Technik, seine Spielübersicht und der für einen jungen Spieler wuchtige Körper sind die Gründe für die vielen Einsätze Iwobis unter Trainer Arsene Wenger. Dabei spielt auch der Spielstil der Londoner ihm in die Karten, so kann er seine Stärken im Umschaltspiel perfekt in Szene setzen.Sollte Iwobi in den nächsten Jahren noch eine größere Torgefahr ausstrahlen als bisher dann steht einer beinahe so großen Karriere wie seinem Onkel Okocha nur weniges im Wege.

Rob Holding

Doch während Iwobi den Sprung ins Teams schon geschafft hat, steht diese Herausforderung für Rob Holding noch auf dem Karriereplan. Dabei ist der schüchterne in der Nähe von Manchester aufgewachsene Innenverteidiger auch erst vor dem Beginn der laufenden Saison nach London gewechselt. Im vergangenen Jahr spielte Holding noch in der zweiten englischen Liga beim Traditionsklub Bolton Wanderers. Nachdem der 21-Jährige in der ersten Saisonhälfte dort noch keine Rolle spielte, entwickelte er sich stark zum ende der Saison. Daraufhin verpflichtete ihn der FC Arsenal für drei Millionen Euro. Im Sommer des vergangenen Jahres  debütierte Holding dann auch für die englische U-21 Nationalmannschaft und stand für diese bis dato vier Mal auf dem Feld.

Der Innenverteidiger besticht vor allem durch seine enorme Zweikampfstärke und sein starkes Aufbauspiel. Dies Attribute durfte er auch in dieser Saison schon im Champions League Spiel gegen den FC Basel unter Beweis stellen als er an der Seite vom erfahrenen Laurent Koscielny über 90 Minuten eine solide Partie ablieferte. In den drei Ligapartien die er bisher absolviert wurde er direkt ins kalte Wasser geworfen, denn unmittelbar nach seiner Verpflichtung musste er aufgrund der angespannten Personalsituation die ersten drei Partien über die volle Distanz ran. Doch spätestens nach der Verpflichtung von Shkodran Mustafi war es vorbei mit der Spielzeit für den jungen Engländer. Für mehr als drei FA-Cup Partien reichte es in der letzten Zeit nicht mehr. In der Zukunft gilt es sich für Holding sich mit seinen Stärken zu beweisen um nicht direkt verliehen zu werden. Denn in der defensiven Zentrale der Gunners ist die Konkurrenz groß und erfahren.

Jeff Reine-Adelaide

Mit dem gerade 19 Jahre alt gewordenen Franzosen Jeff Reine-Adelaide schnappte sich Arsene Wenger mal wieder ein Talent aus seinem Heimatland. Schon 2015 überwies Arsenal für den damals 17-Jährigen 2,5 Mio an seinen Jugendverein RC Lens. Schon zu seiner Jugendzeit galt er als eines der größten Offensivtalente in Frankreich. Oft wird er Reine-Adelaide als Außenbahnspieler eingesetzt, wobei er dort mit seiner Schnelligkeit und seinen Dribblings auf sich aufmerksam macht. Wie bei vielen Spielern in diesem Alter fehlt es aber auch ihm an der nötigen Torgefahr um sich Einsatzzeiten bei den Profis zu erarbeiten. Denn bisher kam er erst auf zwei FA-Cp Einsätze in dieser Saison, was für den 19-Jährigen zu wenig scheint um den nächsten Schritt in der Entwicklung zu machen.

Facebook-Kommentare