Kylian Mbappé-Lottin und wer noch? … Das Supertalent zieht beim AS Monaco nicht nur fast den gesamten Fokus auf sich, sondern lenkt diesen wenn man über Talente im Fürstentum spricht auch noch voll und ganz auf sich. Doch an der Côte d’Azur sind einige Jungspunde mehr im Einsatz. Dabei reicht die Spanne von etablierten Stammspielern, über Ergänzungsspieler bis zu Akteuren die vornehmlich im Nachwuchsteam zum Einsatz kommen.

Thomas Lemar

Eine Vorliebe für Städte am Meer könnte man ihm nachsagen, wenn man die Orte sieht, an denen er spielt(e). Mtten in der Karibik gelegen, mit etlichen weißen Sandstränden und traumhaftem Wetter: Unter diesen Bedingungen wuchs Thomas Lemar auf der zu Frankreich gehörenden Insel Guadeloupe auf. Da muss es schon etliche gute Gründe geben um aus diesem Paradies auszubrechen. Für den jungen Thomas, der bis dahin in der dortigen Hauptstadt Point-a-Pitre spielte, lagen etliche Angebote vom französischen Festland vor – dabei war er gerade mal 14 Jahre alt und nicht viel mehr als ein einfacher Straßenfussballer. Doch statt zu den großen Traditionsclubs zu wechseln ging es für den kleinen Flügelflitzer zu SM Caen. Der Zweitligist stellte für den jungen Mann, der erstmals seine Heimatinsel verließ, eine große Herausforderung, aber auch eine gute Basis für seine Entwicklung dar. Mit gerade einmal 16 Jahren debütierte er in der vierten Liga Frankreichs bei der zweiten Mannschaft Caens. Nach starken Leistungen, für sein damalig junges Alter, wurde er ins Zweitligateams berufen und debütierte im Sommer 2013, mit gerade einmal 17 Jahren. Kurz darauf standen auch seine ersten Länderspiele für die U-17 Nationalmannschaft an.

Nach dem Aufstieg in die Ligue 1 mit Caen im Sommer 2014 kam er in 25 Partien, in Frankreichs oberster Spielklasse zum Einsatz. Für den 18-Jährigen standen am Ende ein Tor und vier Vorlagen zu Buche. Seine starken Leistungen blieben auch dem AS Monaco nicht verborgen und so sicherten sie sich seine Dienste für insgesamt fünf Jahre. Ob er eine Klausel im Vertrag mit einem Verein an der Küste hat, scheint wahrscheinlich. Denn vom Norden Frankreichs am Ärmelkanal in Richtung Großbritannien, zog es Lemar ins knapp 2000 Kilometer entfernte Monaco. Wo er in seiner ersten Saison sich vom anfänglichen Ergänzungsspieler zum unumstrittenen Stammspieler entwickelte. In 26 Partien reichte es zu fünf Toren und drei Vorlagen, obwohl er zu häufig von kleineren Verletzungen gebremst wurde. In der laufenden Spielzeit folgte dann der Durchbruch für den 21-Jährigen. Jeweils sieben Tore und Vorlagen in der Liga bis dato, und fünf Scorerpunkte in der Champions League, eine Bilanz die sich sehen lässt für den jungen auf der Außenbahn.

Trickreich, wendig und mit einem feinen linken Fuß ausgestattet überzeugt er dort. Zu selten aber sucht er selbst den Torabschluss. Manchmal wirkt Lemar noch etwas zu verspielt und sieht die sich bietenden Räume, genauso nicht wie den freien Mitspieler. Zu oft setzt er die Scheuklappen auf und sieht nur seinen Weg über die Außenbahn Richtung Tor. Dabei wirkt er von seinem Talent und seiner Spielweise wie eine zu eigensinnige Version von Bayerns Douglas Costa. Doch in dem jungen Alter und den Möglichkeiten in Monaco mag für Thomas Lemar noch längst nicht Schluss sein mit seiner Entwicklung.

Kevin N´Doram

Nantes und Monaco. Als gäbe es nur diese beiden Städte in der Familie N´Doram. In Nantes wurde Kevin N´Doram geboren, während sein Vater dort in den 90ern spielte. Knappe 200 Spiele absolvierte Vater Japhet dort und wechselte anschließend zum AS Monaco, wo er 1998 auch seine Karriere auch beendete. Da liegt es selbstverständlich auf der Hand das sein Sohn Kevin sein Profidebüt für Monaco in Nantes feiern musste. Und so kam es auch, das Kevin im August vergangenen Jahres ohne vorherige Einsatzminute im Profiteam ins kalte Wasser geworfen wurde, am zweiten Spieltag – als zentraler Mittelfeldspieler, neben Joao Moutinho. Doch Trainer Leonardo Jardim hatte diese Idee nicht grundlos umgesetzt. Er sieht in N´Doram einen spielstarken zentralen Mittelfeldspieler der schon in der Jugend der Monegassen zu den Führungsspielern zählte. Bei seinen sechs Profieinsätzen in dieser Saison, einen davon in der Champions League über 90 Minuten gegen Leverkusen, zahlte er das Vertrauen zurück. Mit seiner Art braucht er zwar derzeit noch einen erfahrenen Akteur neben sich der die Laufarbeit verrichtet und ihm den Rücken freihält bei seinen Offensivaktionen, aber er lernte schon dazu im taktischen Verhalten. Doch mit 21 Jahren wird ein Leistungssprung von ihm zeitnah erwartet um weiter beim Viertelfinalisten der Champions League eine Rolle zu spielen.

Almamy Toure

In Mali geboren, startete Toure seine Karriere wie so viele Spieler in Frankreich bei einem kleinen Provinzverein der auf ihn aufmerksam wurde. Er begann im Pariser Vorort Bourget. Dort blieb der Rechtsverteidiger bis er 14 Jahre alt war. Dann schon ging es in die Jugend des AS Monaco. Dort feierte er 2014 sein Debüt in der Ligue 1. Inm darauffolgenden Jahr gelangen ihm in 10 Einsätzen sogar fünf Tore und das obwohl er eine defensivere Rolle einnehmen musste als gewohnt.

In der derzeit laufenden Saison kam er in 25 Pflichtspielen zum Einsatz und ersetzte dabei meist auf der rechten Seite Djibril Sidibé während seiner Verletzungspause und das machter er mehr als solide. Obwohl ihn immer wieder kleinere Verletzungen nicht in den richtigen Tritt kommen ließen, hat er sich mittlerweile zum perfekten Ergänzungsspieler auf der rechten Seite unter Trainer Jardim gearbeitet. Das bisher größte Manko des Talentes aus Mali ist aber der zu forsche Offensivdrang. Immer wieder überkommt es ihn und zieht ihn zu weit in den Angriff, wo durch seine rechte Seite verwaist ist. Dabei spielt er ansonsten mit seiner Übersicht und seiner Schnelligkeit auf der Außenbahn eine sehr gute Rolle, die Monacos Trainer problemlos rotieren lässt.

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