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Fabian Schnellhardt

Analyse

Fabian Schnellhardt – Durchbruch als Methusalem

In Duisburgs momentaner Hochphase in der 3.Liga, sticht ein Spieler besonders heraus, bei dem der Name Programm ist. Ja der Vergleich lag wirklich auf der Straße und ist nicht sonderlich kreativ. Bei Fabian Schnellhardt passt der Nachname jedoch einfach zu gut zu seinen Fähigkeiten, um diesen Wortwitz zu umgehen. Um infantile Fehlinterpretationen zu vermeiden, wird das Ganze im Verlauf dieses Artikels natürlich noch erläutert. Allerdings beginnen wir die Reise durch Schnellhardts Karriere nicht bei seinem Familiennamen, sondern beim 1.FC Köln. Von dort aus ging es weiter bis zur momentanen Endstation MSV Duisburg. Das Hirn im Spiel der Meidericher, verlängerte dort unlängst seinen Vertrag bis 2020. Damit setzt Schnellhardt ein Zeichen der Loyalität im schnellebigen Fußballgeschäft.

Von alleine wird es nicht besser

Also auf nach Müngersdorf, dort wo Schnellhardts fußballerische Ausbildung im Alter von 15 Jahren begann. Trotz Angeboten aus München und vom damaligen Meister Wolfsburg, entschied sich der Thüringer für die Geißböcke und startete in der Domstadt seinen geradlinigen Anlauf zur Profikarriere. Über 80 Junioren-Bundesligaspiele für den FC und 38 Länderspiele in allen deutschen Nachwuchs Nationalmannschaften bis zur U20, sprechen für sein außergewöhnliches Talent. Das erste Mal bei den Profis, trainierte er nach der U17-WM in Mexiko. Seinem persönlichen Highlight und dem Einstieg ins Leben eines professionellen Fußballspielers, folgte erstmals Ernüchterung. Der Spielmacher, der zusammen mit Yannick Gerhardt und Mitchell Weiser die Schaltzentrale in Kölns Jugend bildete, spielte in der ersten Garde der Kölner keine Rolle mehr und kam auf gerade einen einzigen Einsatz. Auch nach dem Wechsel zum Meidericher SV, kam seine Karriere zunächst nicht in Fahrt. Blickt der heute 23-jährige zurück auf diese Zeit, analysiert er die Situation selbstkritisch. „Nach der U-17 WM habe ich gedacht, es würde alles von alleine gehen.“, erklärt er. Auch deshalb ist Schnellhardt heute wohl umso bodenständiger. Er habe es verpasst an seinen Schwächen zu arbeiten, ergänzt er.

Hoffnung im hohen Norden

Der Lichtblick in Schnellhardts Karriere, war 2015 der Wechsel auf Leihbasis zu Holstein Kiel. Dort fragten sich Fans, wie auch Verantwortliche, warum der offensive Mittelfeldspieler sich in Duisburg nicht für die Startelf empfehlen konnte. Glück für Kiel und auch endlich der Zeitpunkt um wieder auf die Einleitung zurückzukommen. Schnelle Dribblings und ein harter Schuss, die zwei Attribute, die sein Spiel prägen und die auch Grund für seine Torgefahr und die Assoziation zu seinem Nachnamen sind. Alleine in den ersten fünf Einsätzen für die Störche, sorgte er für drei direkte Torbeteiligungen. Doch den wohl beeindruckendsten Beweis für seine Qualitäten, lieferte Fabian Schnellhardt nach seiner Rückkehr nach Duisburg, im Spiel gegen Preußen Münster diese Saison. Durch zwei Traumtore, eines davon in der Nachspielzeit, schoss er die Zebras quasi im Alleingang zum 3:2. Für den entscheidenden Treffer, winkt ihm höchstwahrscheinlich der Titel „Tor des Monats“, zumindest prophezeit das die hellseherisch äußerst begabte Talentkritiker-Redaktion. Unter Trainer Ilia Gruev, blüht die zarte Blume seines Talents nun endlich auch in Nordrhein-Westfalen auf. Auch weil Duisburg seit dem Abstieg wieder mehr Wert auf die spielerische Komponente und Ballbesitz legt. Schnellhardt, mache das nach eigener Aussage sehr froh. Dadurch kommen auch seine Ballsicherheit, sein Überblick und seine Dribbelstärke wieder deutlich besser zur Geltung. Zum idealen Spielmacher machen ihn dann noch seine tödlichen unberechenbaren Pässe in die Tiefe.

Ganz stereotyp für einen klassischen Spielmacher sind allerdings auch seine Schwächen. Körperlich fehlt es ihm noch an Substanz und in der Arbeit gegen den Ball offenbart er dementsprechend ebenfalls Schwächen. Auch sein Kopfballspiel, wird nicht mehr das Niveau, wie bei einem Michael Ballack erreichen, aber das verzeiht man Fabian Schnellhardt in Duisburg wohl gerade noch.

Verlängerung bis 2020 – und das glaubt man ihm sogar

Im Zuge seiner Leistungen, sind logischerweise auch schon Mannschaften der beiden höchsten deutschen Spielklassen auf den noch relativ jungen Spielgestalter aufmerksam geworden. Relativ jung, weil 23 Jahre heutzutage schon fast uralt für einen Durchbruch in Liga 3 scheinen. Aller Angebote zum Trotz, verlängerte er den Vertrag beim MSV, zum Jubel der blau-weißen Anhängerschaft, bis zum Jahr 2020. Ein weiterer Beleg für seinen bodenständigen Charakter. Doch Vertragsverlängerungen sind im aktuellen Fußballbusiness nicht immer gleichbedeutend mit einem Treuebekenntnis, sondern auch des Öfteren Preistreiber für Ablösesummen. Im Falle Fabian Schnellhardts, scheint das anders zu sein, auch aufgrund der Vergangenheit des Wahl-Duisburgers. „Als ich jung war, ging es für mich schnell nach oben und dann relativ schnell wieder bergab“. Sätze, an denen man merkt, dass Schnellhardt trotz seines moderaten Alters, bereits einiges gelernt hat. „Es passt alles für mich in Duisburg“, meint er. Wohl auch, weil der Aufstieg in die zweite Liga kurz bevorsteht und die Ziele des Vereins und des Spielers damit beide in die gleiche Richtung gehen und sich zu erfüllen scheinen. Schritt für Schritt eine Liga nach oben, soll es für Fabian Schnellhardt also gehen. Wenn alles so läuft wie bisher, auch weiterhin in Duisburg … vorerst.

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